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Elektroauto verkaufen: Batterie, Reichweite und was den Preis macht

Der Gebraucht-EV-Markt wächst rasant. Wer jetzt verkauft, sollte wissen worauf Käufer achten.

7 min Lesezeit

Vor fünf Jahren habe ich kaum ein Elektroauto angekauft. Heute kommt jede Woche mindestens ein Tesla, ein VW ID.3 oder ID.4 oder ein Hyundai Ioniq 5 rein. Der Markt für gebrauchte Elektroautos hat sich komplett verändert. Und die Regeln für die Bewertung sind andere als bei Verbrennern. Wer sein E-Auto verkaufen will, muss ein paar Dinge wissen.

Die Batterie ist alles

Bei einem Verbrenner schauen Sie auf den Motor und das Getriebe. Bei einem Elektroauto gibt es genau einen Faktor der über dem Rest steht: die Batterie. Genauer gesagt der SOH, der State of Health. Das ist der Gesundheitszustand der Batterie, angegeben in Prozent. 100% bedeutet: volle Kapazität wie am ersten Tag. 90% bedeutet: 10% der ursprünglichen Kapazität sind verloren.

Klingt dramatisch? Ist es aber nicht. Ein Tesla Model 3 mit 95% SOH nach 3 Jahren und 60.000 km ist völlig normal und kein Grund zur Sorge. Die meisten modernen Batterien verlieren in den ersten 5 Jahren nur 5 bis 10% ihrer Kapazität. Aber: Ein Fahrzeug mit 85% SOH ist deutlich weniger wert als eines mit 95%. Der Unterschied kann 2.000 bis 4.000 Euro betragen, weil der Käufer weiß, dass die Batterie in absehbarer Zeit weiter degradieren wird.

So prüfen Sie den SOH Ihres Elektroautos: Bei Tesla zeigt die App unter "Batterie" die aktuelle maximale Reichweite an. Bei VW ID-Modellen finden Sie die Information im Infotainment unter "Batteriestatus". Bei Hyundai und Kia können Sie den SOH per OBD-Dongle und einer App wie Battery Monitor auslesen. Es gibt auch unabhängige Prüfdienste die das professionell machen.

Wie verschiedene Marken ihren Wert halten

Tesla Model 3 und Model Y

Tesla hält seinen Wert immer noch am besten unter den Elektroautos, auch wenn die Preissenkungen bei Neuwagen 2023 und 2024 die Restwerte unter Druck gesetzt haben. Ein Model 3 Long Range von 2022 mit 50.000 km liegt derzeit bei uns zwischen 26.000 und 30.000 Euro, je nach Ausstattung und Zustand. Das ist ein Wertverlust von etwa 35 bis 40% gegenüber dem Neupreis. Vor zwei Jahren waren es nur 25 bis 30%. Der Grund: Tesla senkt die Neupreise regelmäßig und das drückt automatisch die Gebrauchtpreise.

Das Model Y ist derzeit besser im Werterhalt als das Model 3, weil die Nachfrage nach SUVs in Luxemburg höher ist. Ein 2022er Model Y Long Range mit 45.000 km bringt ca. 32.000 bis 36.000 Euro.

VW ID.3 und ID.4

VW ID-Modelle hatten einen schwierigen Start auf dem Gebrauchtmarkt. Die ersten Baujahre (2020, 2021) litten unter Software-Problemen und unzufriedenen Erstbesitzern. Das hat den Restwert gedrückt. Ein ID.3 Pro Performance von 2021 mit 40.000 km liegt derzeit bei 18.000 bis 22.000 Euro. Das ist ein Wertverlust von fast 50%. Aber die neueren Modelle ab 2023 mit verbesserter Software sind stabiler im Wert. Der ID.4 hält sich etwas besser als der ID.3, wieder wegen der SUV-Nachfrage.

Hyundai Ioniq 5 und Kia EV6

Die koreanischen Elektroautos sind die Überraschung auf dem Gebrauchtmarkt. Der Hyundai Ioniq 5 hält seinen Wert erstaunlich gut. Ein 2022er mit 77 kWh Batterie und 35.000 km bringt 28.000 bis 33.000 Euro. Das liegt am 800-Volt-Ladesystem (in 18 Minuten von 10 auf 80%), an der guten Batteriegarantie (8 Jahre) und an der starken Nachfrage. Die Kia EV6 Werte sind ähnlich. Beide profitieren davon, dass Hyundai und Kia ihre Neupreise stabil halten, anders als Tesla.

Ladeinfrastruktur in der Großregion

Luxemburg hat pro Kopf eines der dichtesten Ladenetze in Europa. Chargy betreibt über 800 öffentliche Ladepunkte im ganzen Land. In Deutschland wächst das Netz ebenfalls schnell, aber regional gibt es noch Lücken, besonders auf dem Land. In Frankreich baut man massiv aus, aber gerade im ländlichen Raum ist die Abdeckung noch nicht vergleichbar mit Luxemburg. Schnellladestationen von Ionity und Tesla Supercharger gibt es in allen drei Ländern an den Autobahnen. Das ist für den Gebraucht-EV-Markt wichtig, weil eine gute Ladeinfrastruktur die Nachfrage und damit die Preise stabilisiert.

Wenn Sie Ihr Elektroauto mit einer Wallbox zu Hause geladen haben und das belegen können, ist das ein Plus. Ein Auto das schonend zu Hause mit 11 kW geladen wurde, hat tendenziell einen besseren Batterie-SOH als eines das ständig am Schnelllader hing. Das wissen informierte Käufer.

Tipps für den besten Preis beim EV-Verkauf

SOH dokumentieren

Lassen Sie vor dem Verkauf den Batterie-SOH professionell prüfen und dokumentieren. Das kostet zwischen 50 und 100 Euro, gibt dem Käufer Sicherheit und stärkt Ihre Verhandlungsposition. Ein Auto mit dokumentiertem 95% SOH ist deutlich leichter zu verkaufen als eines wo der Käufer raten muss.

Ladekabel und Zubehör

Ein fehlendes Mode-2-Ladekabel (das für die Haushaltssteckdose) kostet je nach Marke 200 bis 500 Euro. Ein fehlendes Mode-3-Kabel für öffentliche Ladestationen liegt bei 300 bis 800 Euro. Haben Sie alles dabei, bringt das direkt mehr. Adapter (CCS, Typ 2) und das originale Ladekabel sind für den Käufer wichtig.

Software-Updates

Stellen Sie sicher, dass alle verfügbaren Software-Updates installiert sind. Besonders bei Tesla und VW ID-Modellen haben Updates erhebliche Verbesserungen gebracht (bessere Reichweite, schnelleres Laden, verbesserte Navigation). Ein Auto mit veralteter Software wirkt vernachlässigt und ist schwerer zu verkaufen.

Timing und Förderungen beachten

Der EV-Gebrauchtmarkt ist noch volatiler als der für Verbrenner. Wenn ein Hersteller die Neupreise senkt (wie Tesla es regelmäßig tut), fallen die Gebrauchtpreise innerhalb von Wochen. Wenn Sie ahnen, dass eine Preissenkung kommt, verkaufen Sie vorher.

Und dann sind da die staatlichen Förderungen, die sich je nach Land stark unterscheiden. In Luxemburg gibt es die "Clever fueren"-Prämie für neue E-Autos. In Deutschland gab es den Umweltbonus, der aber 2024 ausgelaufen ist. In Frankreich gibt es den Bonus ecologique und eine Verschrottungsprämie. Wenn die Regierung neue Förderungen ankündigt, steigt die Nachfrage auf dem Gebrauchtmarkt manchmal auch, weil mehr Menschen auf elektrisch umsteigen wollen. Aber Achtung: Bei manchen Förderungen gibt es Haltefristen. Wenn Sie Ihr E-Auto zu früh verkaufen, müssen Sie die Prämie möglicherweise zurückzahlen. Das gilt besonders für den deutschen Umweltbonus (Haltefrist 12 Monate) und den französischen Bonus ecologique. Prüfen Sie das vorher.

Tipp vom Experten

Die Batterie-Garantie ist oft übertragbar auf den nächsten Besitzer. Bei Tesla gilt die Garantie für 8 Jahre oder 160.000 km (Model 3/Y Long Range), bei Hyundai/Kia für 8 Jahre oder 160.000 km. Prüfen Sie den Garantiestatus und kommunizieren Sie ihn aktiv. Eine Batterie mit 5 Jahren Restgarantie ist ein starkes Verkaufsargument.

Plug-in-Hybride: Ein Sonderfall

Plug-in-Hybride (PHEV) sind derzeit die Verlierer auf dem Gebrauchtmarkt. Die Förderungen für PHEV laufen aus oder wurden bereits gestrichen, und die Neupreise sinken. Die kleinen Batterien (oft nur 10 bis 15 kWh) bieten 40 bis 60 km elektrische Reichweite, und die Realverbräuche liegen weit über den WLTP-Werten wenn die Batterie leer ist. Das hat sich herumgesprochen. Ein 3 Jahre alter PHEV verliert oft 50 bis 55% seines Neuwertes. Wenn Sie einen PHEV haben und über einen Verkauf nachdenken, warten Sie nicht zu lange. Der Trend geht weiter nach unten.

Warum MKAA auch Ihr EV-Partner ist

Wir kaufen Elektroautos aller Marken an. Tesla, VW, Hyundai, Kia, Peugeot, Renault, BMW, Mercedes, egal. Wir prüfen den Batterie-SOH, kennen die aktuellen Marktpreise und machen Ihnen ein faires Angebot. Der Papierkram und die Abmeldung übernehmen wir, egal ob bei der SNCA in Luxemburg, der Zulassungsstelle in Deutschland oder über ANTS in Frankreich. Wie bei jedem anderen Auto auch.

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